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Die richtige Breite des Bediengangs ist ein wichtiger Bestandteil bei der Planung einer Kragarmregalanlage. Anders als bei vielen anderen Regalsystemen muss bei einem Kragarmregal nicht nur das Flurförderzeug berücksichtigt werden. Auch die Länge des transportierten Lagerguts kann einen erheblichen Einfluss auf den erforderlichen Bewegungsraum haben.
Eine allgemein gültige Gangbreite lässt sich deshalb nicht allein anhand des Kragarmregals festlegen. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Lagergut, Flurförderzeug, Einlagerungsrichtung, Wenderadius und betrieblichem Ablauf.
Kragarmregale werden häufig für Rohre, Profile, Stangen, Bretter, Holzwerkstoffe, Bleche und andere lange oder sperrige Güter eingesetzt.
Während beispielsweise eine Palette vergleichsweise kompakte Abmessungen besitzt, können Langgüter mehrere Meter lang sein. Beim Drehen und Positionieren beschreibt das Lagergut einen entsprechend großen Bewegungsbereich.
Deshalb muss bei der Planung nicht nur gefragt werden:
„Wie viel Platz benötigt der Stapler?“
Ebenso wichtig ist:
„Wie viel Platz benötigt der Stapler zusammen mit dem längsten vorgesehenen Lagergut?“
Bei der Festlegung des Bediengangs sollten insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
Diese Faktoren müssen gemeinsam betrachtet werden.
Bei der Planung einer Kragarmregalanlage sollte nicht mit einer durchschnittlichen Materiallänge gerechnet werden, wenn regelmäßig längere Güter eingelagert werden.
Das längste tatsächlich zu handhabende Lagergut kann für die notwendige Gangbreite ausschlaggebend sein. Wird der Bediengang nur für kürzere Standardartikel ausgelegt, können längere Rohre, Profile oder Bretter später möglicherweise nur schwer oder nicht sicher eingelagert werden.
Deshalb sollte bereits während der Planung geklärt werden, welche maximale Länge im Lager vorkommt.
Neben dem Lagergut muss das eingesetzte Flurförderzeug berücksichtigt werden. Unterschiedliche Fahrzeuge besitzen unterschiedliche Abmessungen und Wenderadien.
Bei einer bestehenden Halle sollte deshalb frühzeitig bekannt sein, welches Fahrzeug für die Ein- und Auslagerung eingesetzt wird. Wird eine neue Kragarmregalanlage gemeinsam mit einem neuen Flurförderzeug geplant, sollten beide Systeme aufeinander abgestimmt werden.
Eine isolierte Planung des Regals ohne Berücksichtigung des späteren Bediengeräts kann zu unnötig großen Gängen führen – oder im ungünstigeren Fall zu Gängen, die für den praktischen Betrieb zu schmal sind.
Auch die Art, wie das Langgut zum Regal transportiert wird, beeinflusst den Platzbedarf.
Je nachdem, ob Rohre, Profile oder andere Langgüter längs, quer oder mit speziellen Lastaufnahmemitteln transportiert werden, entstehen unterschiedliche Bewegungsabläufe vor dem Regal.
Vor allem das Einschwenken langer Lasten kann viel Raum beanspruchen. Der theoretische Wenderadius des Staplers allein bildet diesen zusätzlichen Platzbedarf nicht immer vollständig ab.
Die Anordnung der Kragarmregale beeinflusst ebenfalls die Lagerplanung.
Einseitige Kragarmregale werden häufig entlang einer Wand angeordnet. Der Bediengang befindet sich vor dem Regal.
Doppelseitige Kragarmregale können frei im Raum aufgestellt und von beiden Seiten bedient werden. Dadurch lassen sich Lagerflächen anders strukturieren, gleichzeitig müssen die notwendigen Bedien- und Verkehrsflächen auf beiden Seiten in die Planung einbezogen werden.
Bei der Planung sollte außerdem berücksichtigt werden, ob ein Gang ausschließlich zur Bedienung des Kragarmregals dient oder gleichzeitig als allgemeiner Verkehrsweg genutzt wird.
Treffen Staplerverkehr, andere Flurförderzeuge und Personenverkehr aufeinander, entstehen zusätzliche Anforderungen an den verfügbaren Raum und die betriebliche Organisation.
Ein Gang sollte deshalb nicht ausschließlich danach dimensioniert werden, ob ein Stapler das Regal technisch erreichen kann. Entscheidend ist ein sicherer und praktikabler Materialfluss im tatsächlichen Lagerbetrieb.
Wird die Gangbreite zu knapp geplant, können verschiedene Probleme entstehen:
Gerade bei Langgut können wenige fehlende Zentimeter oder ein ungünstig positioniertes Hindernis den gesamten Bewegungsablauf beeinflussen.
Umgekehrt sollte der Bediengang nicht unnötig groß dimensioniert werden. Jeder zusätzliche Meter Gangbreite reduziert die Fläche, die für die eigentliche Lagerung zur Verfügung steht.
Das Ziel einer guten Lagerplanung ist deshalb nicht der größtmögliche, sondern der für den vorgesehenen Betriebsablauf ausreichend dimensionierte Bediengang.
Bei größeren Kragarmregalanlagen ist es sinnvoll, Regalaufstellung, Hallenmaße, Flurförderzeug und Materialfluss gemeinsam zu betrachten.
Besonders bei Neubauten kann eine frühzeitige Lagerplanung verhindern, dass Stützen, Tore, Maschinen oder andere bauliche Einrichtungen später genau dort liegen, wo der Stapler mit langen Gütern Bewegungsraum benötigt.
Für die notwendige Gangbreite eines Kragarmregals gibt es keine sinnvolle Pauschalantwort ohne Kenntnis der tatsächlichen Einsatzbedingungen.
Entscheidend sind insbesondere die maximale Länge des Lagerguts, das eingesetzte Flurförderzeug, dessen Wenderadius sowie die Art der Ein- und Auslagerung.
Bei umfangreichen Kragarmregalanlagen sollte die Gangbreite deshalb als Bestandteil der gesamten Lagerplanung betrachtet werden. So lässt sich die vorhandene Fläche effizient nutzen und gleichzeitig genügend Bewegungsraum für eine sichere Handhabung des Langguts vorsehen.
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